Einfach mal freundlich sein!

Hallo liebe Krötmunity,

erst einmal sorry dafür, dass ich solange nichts habe von mir lesen und hören lassen, aber aktuell geht es in des Krötors Berufs- und Privatleben ziemlich ab. #NeueBeziehung #NeuerJob #NeuesBzwWiederAltesBundesland. Jedoch lasse ich die Krötmunity nur ungern hängen und nehme mir natürlich die Zeit, Euch weiterhin zu bespassen, sofern ich diese Zeit irgendwie erübrigen kann. So wie jetzt 🙂

Ich hoffe bei Euch ist alles soweit in Ordnung? Ihr habt Euren Urlaub geplant? Die Mineralölindustrie verflucht? Die Inflation verflucht? Waffen in die Ukraine geschickt? Euch auf die dritte Corona Welle vorbereitet? Die Affenpocken verflucht? Dann ist ja gut:) Aber eines solltet Ihr bei all diesen Dingen beachten: seid freundlich. Seid immer freundlich, höflich und nett. Und vor allem bedankt Euch bei anderen, wenn sie Euch etwas Gutes tun.

Der eifrige Leser (NEIN NICHT LESER:IN) meines Blogs wird vermutlich gemerkt haben, dass der letzte Absatz die Einleitung in die heutige Kolumne war. Es geht also um Freundlichkeit, Nettigkeit, Höflichkeit und auch Dankbarkeit. In dieser Kolumne geht es um all diese Dinge und zwar im Straßenverkehr. Ich bin oft mit dem Auto unterwegs und mir ist (gerade in den letzten Monaten) aufgefallen, dass andere Verkehrsteilnehmer immer Unfreundlicher, Unnetter (gibt es das Wort? Sonst habe ich es gerade erfunden:)), Unhöflicher und vor allem Undankbarer werden. Ich mache das jetzt mal an ein paar Fallbeispielen fest, bevor die übliche Auflistung der Archetypen kommt.

BEISPIEL 1:

Ich fahre gechillt durch die Zone dreißig und halte brav hinter jedem Auto auf meiner Seite an, welches da parkt (bzw. auch hinter jedem Verkehrsstopper, wenn ich die Dinger mal so nennen darf), um die Verkehrsteilnehmer, welche keine Behinderung auf ihrer Seite haben, fahren zu lassen. Muss ich machen, mache ich gerne, ist normal. Aber warum kann man sich denn nicht mal dafür bedanken? Wäre das so schwer, mal kurz das Patschehändchen zu heben? Oder freundlich zu lächeln oder zu nicken. Man muss mich ja nicht gleich auf Yelp in den Himmel heben oder meine OnlyFans.com Seite unterstützen, aber einfach mal danke sagen wäre doch toll…

BEISPIEL 2:

Ich fahre durch einen Kreisel und warte natürlich, bis die Teilnehmer, die Vorfahrt haben, durch sind, bevor ich in den Kreisel fahre. Oft stehe ich unnötig da, da die anderen rausfahren, bevor ich überhaupt reinfahre. Man muss im Kreisel keinen Blinker setzen, könnte es aber tun, um einen reibungslosen Ablauf des Verkehrs zu gewährleisten. Schneller geht es dann übrigens auch. Auf der anderen Seite gibt es dann die Helden, die nicht warten, sondern sich ihren Kreiselplatz erkämpfen und erst gar nicht schauen, ob jemand kommt oder gar blinkt. Warum kann man hier nicht mehr gegenseitige Acht geben? Wäre doch ganz locker flockig dann…

BEISPIEL 3:

Ich fahre mit 50 durch die Ortschaft und werde (in der Ortschaft) überholt. Der Fahrer des anderen Autos überholte nicht nur mich, sondern auch meinen (aus dem Fenster gestreckten) Mittelfinger. Er war ein Arsch und ich auch. Warum tat ich das? Weil mir das Gehabe der anderen langsam auf den Zeiger geht. Ich meine, ich werde niemandem Blutrache schwören, weil er mir die Vorfahrt nimmt oder im Kreisel nicht blinkt, aber langsam reicht es…

Wie Ihr an den Beispielen und meiner jeweiligen Meinung dazu gesehen habt, geht es mir langsam auf die Nerven. Ich versuche natürlich auch weiterhin die Contenance zu wahren, aber es fällt mir immer schwerer. Daher mein Appell an die anderen Verkehrsteilnehmer: seid doch bitte nicht so, wie viele von Euch aktuell sind. Nehmt Rücksicht, seid freundlich, lächelt mal, tut anderen auch was Gutes und nicht immer nur Euch. Kommen wir nun zu den Stereotypen:

NUMMER 1 (und zwar im wahrsten Sinne des Wortes): ICH!

  • Ich nehme Rücksicht
  • Ich achte auf andere und gönne ihnen gerne mal was, wie z.B. die Vorfahrt
  • Ich halte mich an Geschwindigkeitsbegrenzungen
  • Ich blinke im Kreisel
  • Ich nehme niemandem die Vorfahrt
  • Ich lasse Leute (bei deren Auffahrt) auf der Autobahn oder Bundesstrasse vor mich fahren, wenn der Verkehr es erlaubt
  • Ich halte Abstand

Kurzum: ich bin der perfekte Autofaher und sogar als Beifahrer spitze. Wären alle so wie ich, gäbe es keine Unfälle, keine Probleme im Strassenverkehr, kein Corona, kein Waldsterben, keine Umweltsünden, keine Affenpocken, keinen Ukraine Krieg, keine Nazis,… Ihr wisst, was ich meine 🙂

NUMMER 2 (hier hat die Nummer nichts mit der Platzierung des Archetypen zu tun, wie bei Nummer 1): DER RÜCKSICHTSLOSE RÜPEL

Dieser Geselle hat wirklich ein Problem. Er pöbelt sich durch den Strassenverkehr, als wäre er alleine auf dem Asphalt. Er kennt kein Danke, er kennt keine Vorfahrt anderer, er kennt keine Geschwindigkeitsbegrenzungen und anscheinend kennt er auch keine Menschlichkeit und erst recht kein Gehirn. Solch menschlicher Bodensatz sollte ein eigenes Strassennetz bekommen. Was bei den ganzen Steuern, die wir zahlen eigentlich machbar sein sollte (ah, nein, geht doch nicht, wir müssen ja die Ukraine unterstützen und unsere Bundeswehr aufpeppeln). Wenn aber noch etwas Geld übrig ist, steckt diese ganzen Helden in ihre eigene Infrastruktur. Dann merken sie vielleicht mal wie das ist, wenn niemand Rücksicht auf niemanden nimmt. Ich hoffe sehr (glaube es aber nicht), dass ihr euch im „richtigen“, zwischenmenschlichen Leben anders verhaltet. Dass ihr nett zu euren Lieben und auch anderen Menschen seid. Und vielleicht, aber nur vielleicht, ändert ihr ja etwas an eurem Verhalten. Schließlich hat jeder eine zweite Chance verdient. Würde mich sehr freuen. Ansonsten empfehle ich euch, einfach mal Alien Eier in euch abzulegen. Wer Interesse hat, klickt einfach HIER

Nummer 3 (auch hier hat die Nummer nichts mit der Platzierung des Archetypen zu tun, dies gilt ausschließlich für Nummer 1): DER VERPEILER

Dieses possierliche Tierchen macht einige der Fehler, die Nummer 2 auch macht, allerdings nicht mit Absicht. Dies kann mehrere Gründe haben. Zum Einen kann hier eine grundlegende Verpeiltheit vorliegen. Zum Anderen kann es daran liegen, dass man einfach nicht mehr verkehrstüchtig ist. Dies kann temporär der Fall sein (Drogen, Alkohol,…) oder chronisch (einfach zu alt halt). Natürlich kann es auch einfach Ablenkung sein (am Handy spielen, Radio einstellen, BJ bekommen oder geben,…). Egal was es ist: wenn es zu ändern ist, dann ändert es und setzt Euch wieder ans Steuer. Wenn es nicht zu ändern ist, tut uns bitte allen den Gefallen und hängt den Autoschlüssel für immer an den Nagel

Nummer X: Der FAHRRADFAHRER, DER NICHT AUF DEM RADWEG FÄHRT, OBWOHL EIN RADWEG DA IST

Ich zerficke Dein Leben, Digger, Alter!!!!!!!

So liebe Kmunity, nun habe ich meiner Wut etwas Luft gemacht und kann wieder gechillt weiter fahren. So wie Ihr, wenn Ihr meine Kolumne wohlwollend beachtet

Stay tuned

Euer Krötor

Sag doch auch mal was dazu…

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(c) by Medienservice Sachsen

Hallo liebe Freunde der gepflegten Kroeterei!

Erst einmal ein frohes neues Jahr für Euch alle. Das Team Kroetor hofft, Ihr seid alle gut gestartet und habt noch einen Termin für Eure Hochzeit, am 2.2.22, bekommen und den Junggesellenabschied gut überlebt. Bei dem Wort Junggesellenabschied spare ich mir das gendern, zu stressig. Wobei, jetzt habe ich es zwei Mal geschrieben, da hätte ich es auch gendern können… Anyway. Ich bin gut in das neue Jahr gekommen und freue mich, Euch wieder als Leser am Start zu haben.

Es ist mal wieder einiges passiert, was mich auch dazu bewogen hat, wieder zu bloggen. Der Hauptgrund sind die freundlichen Mitarbeiter der Leipziger Buchmesse. Ihr erinnert Euch vielleicht noch daran, dass ich vor einigen Jahren einen Presseausweis dort bekam, aufgrund meiner Tätigkeit als Blogger. Bei der diesjährigen Anfrage war der Tenor, dass ich keinen Ausweis bekomme, weil der Blog (für die Messe) weder relevant, noch aktuell sei. Natürlich schreit die Krötmunity, aufgrund eines solchen Affronts, nach „Kröten verboten Teil 3“, aber die haben ja recht. Also wird jetzt wieder mehr gebloggt.

Aber kommen wir zum Thema der heutigen Kolumne. Ich durfte mir, während der letzten Zeit, oft (von meinen Bekannten, meiner Familie und meinen Kollegen, sowie Freunden) Dinge anhören, wie:

  • Bezieh doch mal Stellung zur aktuellen Situation!
  • Hast Du denn gar nichts zur Situation zu sagen?
  • Du hast doch nen Blog, aber anscheinende keine Meinung?
  • Es passiert aktuell so viel, was denkst Du darüber?
  • Was macht das alles mit Dir?
  • Wie kommst Du mit dem allen zurecht?
  • Ist das alles OK für Dich?
  • Wird Dir das alles nicht zuviel?
  • Kann das für Dich so funktionieren und weitergehen, wie es jetzt ist?
  • Wird man damit leben können und / oder müssen?
  • Was denkt Heinz über all das?
  • Wird es ewig so weitergehen?
  • Kannst Du mit dieser Umstellung leben?
  • Was denkt sich die Regierung dabei?
  • Sag doch auch mal was dazu

Nach langen Überlegungen (man will ja politisch korrekt und auch kein Querdenker sein) und Rücksprache mit dem Krötor Team, bin ich zu folgender Aussage gekommen:

Ich finde das Ende, in der chinesischen Version von Fight Club, kacke.

Jetzt kennt Ihr meine Meinung und könnt wieder ruhig schlafen:)

Stay tuned

Euer Krötor

(c) Titelfoto by Medienservice Sachsen

Manchmal bekommt auch ein Museum neue Werke;)

Arschloch Parken für Anfänger

Hallo liebe Krötmunity,

nach einer kurzen Verschnaufpause bin ich wieder für Euch da. Es gab für mich viel zu tun in der Zwischenzeit. Ich habe diverse Kurzgeschichten geschrieben. Eine davon is eine besondere: sie ist in SMS Form. Eine Variante des Schreibens, die für „Casual“ Leser wie gemacht ist. Es werden kurze, spannende und knackige Geschichten in SMS Form dargeboten. Die App heißt Storybits. Ladet sie gerne herunter:) Mehr Infos über https://www.storybits.co/digitale/

Außerdem habe ich diverse Lesungen von meinen und anderen Geschichten gehabt und mir auch ein wenig Freizeit gegönnt. Dann musste natürlich der große Brunnen im Krötor HQ gereinigt werden, die Flamingos gefüttert werden, die Robben trainiert werden, die Aaale geaalt werden und so weiter und so fort. Nachdem UJM nicht mehr da ist, Farin Ferien sich dezent raushält und Persona Nummer 4 nicht existetent zu sein scheint, ist das gar nicht so einfach, alles alleine zu bewerkstelligen. Aber wir haben vor dem Krötor HQ einen großen Parkplatz, so dass ich nicht allzuviel zu Fuß gehen muss. Das bringt mich zu unserem heutigen Thema: Arschloch Parken für Anfänger.

Neben der Krötor Kiste, arbeite ich noch (als Eventmanager) in einer Firma. Diese hat auch einen einen Parkplatz. Leider ist dieser Parkplatz unglaubliche 100 Meter von der Firma entfernt. Diese gilt es zu erwandern, wenn man zu seinem Arbeitsplatz möchte.

Für die früh Eintreffenden bietet es sich an, direkt gegenüber der Firma zu parken, da sich auch dort ein Parkstreifen befindet. Somit ist man nur 10 Meter weit unterwegs. AAAAABBBBBERRR: es hat sich eine neue beliebte Parksituation eingeschlichen: Am Straßenrand parken. Ich hasse das wie die Pest. Dazu aber später mehr. Wie immer in dieser Kolumne, können wir die Parkenden in Kategorien aufteilen. Heute sind es drei an der Zahl:

1. Der Ich-parke-auf-den-offiziellen-Parkplätzen-Typ:

Hier haben wir den Sieger. Den Helden. Du machst alles richtig und gehst keinem auf die Nerven. Du parkst so, wie es sein soll. Außerdem hast Du noch einen gesunden Fußweg. Und diesen sogar zweimal am Tag. Oder viermal, wenn Du noch zur Pause fährst. Alle anderen Angestellten lieben und vergöttern Dich. Mädels und Jungs fallen reihenweise um, alleine wegen Deiner Art zu parken. Ändere nichts an Dir. Zeuge viele Kinder, bezahle ihnen den Führerschein und zeig ihnen, wie man parkt. Sorge dafür, dass Deine Kinder dies ebenso tun und Du machst die Welt ein Stück besser. Außerdem wird der Klimawandel gestoppt, es wird keine Kriege mehr geben und wir werden bald alle in Utopia leben. Wir alle danken Dir.

2. Der Ich-parke-am-scheiss-Strassenrand-Typ (Bild links unten):

Diese Nazi-Parker schaffen es jeden Tag, mich aufzuregen. Warum zur Hölle kann man nicht einen Parkplatz nutzen, wenn er doch da ist? Ist der Straßenrand Eure Penisverlängerung? Braucht Ihr das, für Euer Ego? Gibt Euch das einen Kick? Bekommt Ihr dadurch einen Parkgasm? Ich jedenfalls verstehe es absolut nicht. Ich wünsche Euch

einen Fahrschul-LKW, der aus der Spur kommt und mal richtig aufräumt. Am liebsten würde ich Krötor Bänke und Statuen auf den scheiss Strassenrand stellen, damit niemand mehr da parken kann. Ihr seid keine guten Menschen. Ich werdet vermutlich in die Hölle kommen und dort wird es definitiv keine Parkplätze geben, die direkt vor Eurer Folterkammer liegen. Mit Sicherheit nicht.

3. Der Ich-parke-länger-als-zum-Ausladen-direkt-vor-der-Tür-Typ (Bild rechts oben):

Alter geht´s noch? Warum machst Du das??????? Du setzt dem Ich-parke-am-scheiss-Strassenrand-Typ ja noch einen drauf. Ich werde jetzt gar nicht weiter über Dich reden. Dann hast Du keine Bühne und hoffentlich rege ich niemand an, so zu werden, wie Du.

So Leute. Dann mal viel Spaß beim Parken und feiert gut Karneval!!!!

Stay tuned

Abstand

SWR
Quelle: SWR

Hallo Leute,

die letzten paar Wochen war ich sehr häufig auf Deutschlands Straßen unterwegs. Viele Kilometer legte ich zum Beispiel zurück, um ein grandioses Seminar für Schreiberlinge besuchen und genießen zu dürfen. Da ich selbst nicht gerne mit der Bahn unterwegs bin und 1200 Kilometer eher schwierig zu Fuß oder mit dem Radl zu bewältigen sind (vor allem dann nicht, wenn man zeitlich gebunden ist), bevorzuge ich die Fahrt mit dem Auto. Man hat seine Ruhe, kann sich Hörbücher anhören, seinen Gedanken nachhängen, die Strecke genießen (wenn sie denn schön ist) oder einfach Radio hören. Da mein Weg zur Arbeit auch rund 50 Kilometer beträgt und ich viel unterwegs bin, habe ich also einiges an Erfahrung, was das Autofahren angeht.

Das Autofahren hat sicherlich viele Vorteile. Leider bringt es auch Nachteile mit sich. Diese sind allerdings nicht bedingt durch einen selbst (das kann ja gar nicht sein) sondern, durch die anderen. Nehmen wir zum Beispiel das Thema Stau, bzw. zäh fließender Verkehr. An sich eine sehr unschöne Situation. Verbrachte ich doch am Wochenende die meiste Zeit, auf einer bestimmten Autobahn, im Stau. Ich rede hier von der A7. Im Kopf stellte ich die These auf, dass Autobahnen „Freudenmädchen“ sind, die (salopp gesagt) jeden drauf lassen. Die A7 muss besonders gut sein, dachte ich bei mir. Und sie war es auch. Ich war unendlich befriedigt, als ich nicht mehr auf ihr war.

Nun gibt es im Stau (egal ob auf Autobahn, Bundesstrasse, Landstrasse oder was auch immer) verschiedene Verhaltensweisen, von verschiedenen Archetypen der Verkehrsteilnehmer. Hier möchte ich wieder meine beliebten Musterbeispiele aufzeigen, die uns Stück für Stück, dem Kern der heutigen Kolumne, näher bringen. Legen wir also los:)

Panne auf A6: Zwölf Kilometer Stau im Berufsverkehr
Quelle: Badische Neueste Nachrichten

1st: DER MEGATYP

Zu diesem zähle ich mich gerne selbst, denn er macht alles richtig. Er ist auch im Stau aufmerksam und zuvorkommend, wie ein grandioser Liebhaber. Er behält alles im Auge. Er döst nicht vor sich hin oder spielt am Handy. Er sieht es, wenn jemand die Spur wechseln möchte und lässt ihn dies tun. Für ihn ist der Stau eine nervige Sache, das ist klar, aber er zieht ihn souverän durch. Er ist der Commander. Hat alles im Griff. Andere Autofahrer schauen zu ihm auf und verehren ihn. Autofahrerinnen schmelzen dahin, wenn er an ihnen vorbei fährt und es kommt nicht selten vor, dass diese sich die Kleider vom Leib reißen und auf ihn zustürmen. Dies ist auch ganz natürlich, denn er ist der Alpha. Kein Arschloch-Alpha, sonder der souveräne, nette, zuvorkommende Alpha, der dennoch weiß, was er will und dies durchsetzt. Fast unmerklich subtil. So genial ist dieser Megatyp. Er hat keine Feinde, sondern nur Freunde und oftmals wird er von Engels-Chören angekündigt.

2nd: DER ICH-MACH-DIE-SCHEISS-LÜCKE-DICHT-TYP

Dieses Exemplar eines Autofahrers ist eher egoistisch angehaucht. Ihm geht es darum, schnellstmöglich sein Ziel zu erreichen. Dies wird natürlich im Stau oder zäh fließendem Verkehr, schwierig. Dennoch versucht er sich, stoisch wie er ist, seinen Vorteil zu erFAHREN. Er schließt direkt jede Lücke, die entsteht. Er wechselt die Spur (rücksichtslos versteht sich) sobald er denkt, es wäre von Vorteil für ihn. Er hat eine miese Ausstrahlung und kommt bei den anderen Verkehrsteilnehmern nicht gut an. Und schon gar nicht möchte eine Teilnehmerin Verkehr mit ihm haben. Er kämpft bedingungslos und überholt zum Beispiel den MEGATYP. Jedoch nur, um eine Stunde später, wieder von selbigem überholt zu werden. Er verschwendet unnötige Energie um ein Ziel schneller zu erreichen, als die anderen. Leider ist er höchstens ein paar wenige Minuten schneller am Ziel, da halt mal alle im Stau stehen. Rettungsgasse ist ein Fremdwort für ihn. Er fährt direkt hinter dem Rettungswagen her, um so sein Ziel noch schneller zu erreichen. Er ist von Grund auf egoistisch und wurde früher sicherlich viel gehänselt. Außerdem erreicht er wenige Ziele in seinem Leben. Er ist der Typ, der die Kaffeetasse auf die Spülmaschine stellt und sie nicht einräumt, damit andere das für ihn tun. Alle Lachen über ihn und sein Verhalten, aber er hält sich für schlauer. Wenn es nicht zwangsläufig mit einem Unfall und Schmerzen verbunden wäre, so würde er ein anderes Fahrzeug rammen. Dies in der Hoffnung, mit dem Rettungshubschrauber aus dem Stau raus zu kommen. Hätte nicht er den körperlichen und materiellen Schaden, so würde er mit Sicherheit soweit gehen, um ganz schnell dem Stau zu entkommen. Haltet Euch also fern von solchen Typen, denn die sind doof.

3rd: DER ICH-HALTE-AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAABSTAAAAAAAAAAAND-TYP

Ich zähle mich zu dem MEGATYP, kann den ICH-MACH-DIE-SCHEISS-LÜCKE-DICHT-TYP halbwegs verstehen, bzw. seine Art und Weise nachvollziehen. Aber der ICH-HALTE-AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAABSTAAAAAAAAAAAND-TYP ist mir ein komplettes Rätsel. Folgende Situation: Wir fahren munter vor uns her und das Auto vor uns fährt sehr langsam. Wir ärgern uns darüber, können aber nicht überholen, da wir gerade in einer Kurve sind. Nach der Kurve sehen wir, dass wir eigentlich im Stau stehen. Das konnten wir jedoch vorher nicht erkennen, da der Fahrer im Wagen vor uns – GRUNDLOS – einen Abstand von geschätzten 20 Kilometern hielt. Warum macht jemand so etwas? Sind die Bremsen total fertig? Hat er Angst vor anderen Autos? Möchte er uns einfach nur ärgern? Döst er vor sich hin? Muss er einen bestimmten Abstand halten, um den Weltuntergang zu verhindern? Bekommt er pro Kilometer Abstand eine gewisse Summe an Geld? Was ist mit dem los? Stellen wir uns einmal vor, jeder würde so fahren. Dann hätten wir permanent Staus auf allen Strassen. Und wehe WEHE man überholt ihn. Dann gibt es ein Hup- und Lichtkonzert, das einem Auftritt von Rammstein in nichts nach steht. Und solch einen Unhold hinter sich zu haben, wenn er verärgert ist, macht gar keinen Spass. Also besser nicht überholen.

Also Leute, wenn ihr schon keine MEGATYPEN sein könnt (warum auch immer) dann werdet bitte zumindest niemals ICH-HALTE-AAAAAAAAAAAAAAAAAAAABSTAAAAAAAAAAAND-TYPen. Tut dies dem Rest der Welt einfach nicht an.

Stay tuned

Quelle Beitragsbild: Focus

Gefahr

Hallo Leute,

ich mache mir im Vorfeld immer lange Gedanken darüber, was ich in die Kolumne packe. Ich überlege und freue mich dann über kuriose und skurrile Ideen, die mir so zufliegen. Meistens kommt dabei eine lustige und bissige Kolumne, über seltsame Eigenarten mancher Menschen, heraus.

In den heutigen Zeilen wird dies etwas anders sein. Heute werde ich etwas dunklere Töne anschlagen und mich dem Thema „Gefahr“ widmen. Oder besser gesagt, dem Thema „sich in Gefahr begeben“.

Ich selbst begebe mich gerne in Gefahr. Hier reden wir jedoch von simpler, bzw. kontrollierter Gefahr. Damit meine ich z.B.: Hochseilgarten besuchen, Achterbahn fahren, mit dem Fahrrad schnell einen Berg herunter fahren, Bungee springen, Klettern, … solche Dinge halt. Ich mag den Nervenkitzel, den man dabei hat und man weiß (tief im Inneren), dass an sich nichts passieren kann. Ein kleiner Kick halt. Danach fühlt man sich (dank Adrenalin und Glückshormonen) besser, es ist relativ sicher und vor allem macht es Spaß.

Nun gibt es aber auch unkontrollierte Gefahren, die ich persönlich meiden würde. Hiermit meine ich Dinge, die mit Sicherheit auch einen Kick geben, aber eben nicht kontrolliert sind. Dabei denke ich an den Besuch bestimmter Viertel New Yorks (zu gewissen Uhrzeiten) oder daran, mit verbundenen Augen Auto zu fahren, bzw. Basejumps, aber auch heftigere Dinge, wie Russisch Roulette.

Nun werdet Ihr sicherlich denken, dass Dinge, wie Russisch Roulette, doch keiner macht. Es ist aber anders. Es gibt Beispiele für Ereignisse, in denen sich Personen (ob bewusst oder unbewusst) in Gefahr begeben. Ein Beispiel ist eine junge und hübsche Frau, die Nachts in entlegenen Winkeln einer Stadt joggen geht. Es ist natürlich komplett ihre Sache, was sie tut. Aber warum begibt diese Frau sich (in meinen Augen bewusst) in Gefahr? Selbst wenn sie Kampfsport ausübt, Pfefferspray dabei hat oder auch einen Elektroschocker. Was hilft das alles gegen eine Gruppe von Halunken, die ihr ans Geld und / oder an die Wäsche wollen? Warum geht die junge Dame nicht am Tag laufen? Oder (wenn ihre Arbeit oder ähnliches das nicht zulässt), warum geht sie nicht am Wochenende oder ins Fitness Studio? Ich betone nochmals, dass dies natürlich nicht mein Problem ist, dennoch stelle ich mir die Frage, warum sich jemand bewusst in eine solche Gefahr begibt. Ist das auch ein Kick? Erhöht es das Selbstbewusstsein? Fühlt man sich danach toll? Wahrscheinlich gehört es dazu. Wie beim Russisch Roulette auch.

Dann gibt es noch das Thema „Verbranntes Kind scheut das Feuer“ (oder auch nicht). Ich habe einmal ein Interview mit einer Frau gelesen. Diese wurde bereits mehrfach vergewaltigt und sah dennoch kein Problem darin, drei wildfremde Männer mitzunehmen, die per Anhalter in eine Stadt wollten. Der Journalist fragte die Frau, warum sie das denn täte. Es gäbe doch eine (nicht geringe) Chance, dass diese Männer ihr an Geld  und / oder Wäsche wollten. Die Frau wollte auf diese Frage nicht antworten, und der Interviewer wechselte das Thema. Ich weiß nicht mehr genau, wie die Unterhaltung weiter ging, aber die Geschichte mit den Anhaltern ist mir im Kopf geblieben. Warum macht diese Frau das? Sie hat mehrfach das (vielleicht) Schlimmste und Erniedrigenste erfahren, was einer Frau zustossen kann. Warum also reagiert sie nicht anders? Ist es vielleicht auch hier ein unbewusster, subtiler Kick? Oder geht es um das Vertrauen in die Menschheit, welches die Dame einfach nicht verlieren möchte? Ich habe mir lange und oft Gedanken über dieses Thema gemacht, aber kam zu keinem schlüssigen Ergebnis. Außer dem Fazit, dass auch diese Situation dem Russisch Roulette ähnelt. Nur, dass es hier nichts zu gewinnen gibt.

Warum mache ich mir solche Gedanken? Keine Ahnung. Ich weiß jedoch, dass mir, bei meinen „üblichen“ Kolumnen, lustige Dinge einfallen. Aber diese Kolumne ist eben anders. Die zwei genannten Situationen haben mich beschäftigt und ich dachte mir, dies mit Euch zu teilen. Ich würde mich sehr über Meinungen und Diskussionen freuen. Vielleicht seht ihr das alles anders?

Stay tuned

 

 

Mitteilungsbedürftig

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Hallo Leute,

es ist Urlaubszeit und somit auch Reisezeit. Menschen genießen die vermeidlich schönste Zeit des Jahres, indem sie ihre eigenen vier Wände verlassen und die große weite Welt bereisen. Ihr erwartet jetzt vielleicht eine Kolumne über Handtücher, die Liegen besetzen oder feier wütige Engländer, die arme kleine Inseln niederzelebrieren oder dergleichen. Aber keine Angst, im Wissen darum, dass jetzt jeder über derartige Dinge schreibt, kommt von mir etwas, was einem in der Reisezeit (und auch ansonsten) oft begegnet, einen sogar anschreit: Nummernschilder.

Nummernschilder gehören zum Auto dazu, soviel ist klar. Und da wir ja ein individuelles Völkchen sind, dürfen wir auch bei der alphanumerischen Gestaltung der kleinen Blechfreunde mitbestimmen. Da Unterteilung eine meiner Stärken ist, erlaube ich mir nun, die Bevölkerung in drei Gruppen von Nummernschild-Typen, zu unterteilen:

Der Ist-mir-egal-Typ

Dieser lustige Geselle hat Spaß am Leben, indem er lebt. Er hegt kein Bedürfnis, seine Wünsche, Ängste, Alter, Geburtsdatum oder seine Initialie in sein Nummernschild einfließen zu lassen. Warum auch? Man kann mit Menschen reden, sie kennen lernen und dann sogar verbal sein Alter und weitere zweckgebundene Informationen weitergeben. Das läuft echt so. Der Ist-mir-egal-Typ hat das begriffen und lässt keinerlei Informationen über das Nummernschild heraus. Außer natürlich dem Ort, an dem das Auto angemeldet ist. Der Rest ist lebenserfrischende Willkür

Der Das-ist-lustig-Typ

Dieser humoristische Autobesitzer erlaubt es sich, durch das Nummernschild, zu scherzen. Solche Späße, wie: TR-OY, BIT-CH, LM-AA und weitere, spiegeln seinen Humor wider. Auch der Das-ist-lustig-Typ hegt keinerlei Interesse daran, Informationen aus seinem Leben preis zugeben. Warum auch? Ihm ist durchaus bewusst, das persönliche Informationen angefragt werden. Man muss sie nicht (in diesem Falle durch das Nummernschild) jedermann aufdrängen. Der Das-ist-lustig-Typ drückt seinen Mitbürgern ein Lächeln ins Gesicht. Das ist schön

Der Social-Nummernschild-Typ

Dieser, immer öfter auftauchende Schlingel, drückt alles, aber auch alles, was möglich ist, über sein Nummernschild aus. Ein Beispiel: ich konnte am Nummernschild der neuen Kollegin erkennen, dass es ihr Auto war (Initiale) und, dass sie Samstag vor 2 Wochen Geburtstag hatte. Es ist mittlerweile Standard für diese Tierchen, dass man Vor- und Zunamen, Geburtsdatum, Telefonnummer, Blutgruppe, Kleidergröße und was auch immer im Nummernschild lesen kann. Liebe Leute, ich war auch einmal so, aber ich kann Euch sagen, wenn jemand das wissen will, dann fragt er. Ihr braucht Euch nicht über Euer Nummernschild auszudrücken. Mittlerweile kann man über Eure Nummernschilder fast soviel von Euch erfahren, wie bei Facebook. Wie geht es weiter? Ist es wie mit den Handies? Die Nummernschilder werden immer größer, mit Fotos versehen und Infos, Infos, Infos? Wird es bald Katzencontent auf Nummernschildern geben? Spam auf Nummernschildern? Können wir es so einrichten, dass verhasste Personen unser Nummernschild nicht lesen können? Oder können wir sogar Nummernschilder liken. Wäre doch auch cool. Ich lese auf dem Schild des Autos vor mir, dass der Besitzer Katzenliebhaber ist und sehe ein tolles Bild von seinem Mittagessen, dass herrlich angerichtet ist. Wer würde da nicht direkt den Like-Button drücken. Ebenso sollte man natürlich jegliches no-go Content auf Nummernschildern verbieten oder melden. Vielleicht wird das alles bald Zukunft und jemand (ich???) erfindet Carbook, Instavehicle, Snaptruck oder ähnliches. Wer weiß das schon? Ein weiterer Vorteil wäre, dass große Teile eines Bewerbungsgespräches sich im Vorfeld schon erledigen, wenn man auf den Parkplatz der Firma fährt. Natürlich werden Hater es sich nicht nehmen lassen, Autos zu beschädigen, die nicht ihren geistigen Vorstellungen entsprechen. Aber das ist ein anderes Thema und geht jetzt zu weit

Ich persönlich mag und verstehe alle drei Typen der Gattung Nummernschild. Letzterer würde ich jedoch abraten, auf dem Nummernschild zu posten, dass und wo sie gerade in Urlaub sind, da sonst jemand die Chance nutzen könnte, um das Gefährt zu klauen und auch noch in das Haus einzubrechen, vor dem die Karre steht.

Stay tuned…